„Man ist froh, wenn man jemanden an der Seite hat“
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In unserer Interview-Serie stellen wir jeden Monat Menschen vor, die sich im SoVD Schleswig-Holstein ehrenamtlich engagieren. Heute sprechen wir mit Marion Lange, der neuen Vorsitzenden im Ortsverband Tornesch.
Hallo Frau Lange, Sie sind in Tornesch aufgewachsen und nun die Vorsitzende vor Ort. Wie viele Mitglieder hat Ihr Ortsverband aktuell?
Wir liegen derzeit bei etwas über 1000 Mitgliedern. In Tornesch sind wir also schon ein ziemlich großer Ortsverband.
Was war für Sie persönlich der Auslöser, sich ehrenamtlich im SoVD zu engagieren?
Das kam durch eine eigene Erfahrung. Ich hatte Probleme mit meiner Krankenkasse und habe mir damals Hilfe beim SoVD gesucht. Später habe ich selbst einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt.
In solchen Momenten merkt man, wie emotional belastend das sein kann und wie froh man ist, wenn man jemanden an der Seite hat, der einen unterstützt. Dieses Wissen über Behörden, Ablehnungen und Widersprüche wollte ich einfach weitergeben.
Ehrenamt ist ja nicht immer nur reine Freude. Welche Seiten sind eher schwierig?
Manchmal ist es der Tonfall am Telefon. Manche Erwartungshaltungen sind sehr fordernd, so nach dem Motto „sofort und gleich“. Da fehlt gelegentlich das Verständnis dafür, dass wir das hier alles ehrenamtlich in unserer Freizeit machen und kein Dienstleistungsunternehmen mit Angestellten sind. Aber das hat man natürlich nicht nur im Ehrenamt: Wo Menschen zusammen kommen, kann es immer Konflikte in der Kommunikation geben.
Was entschädigt Sie für diese Momente? Gibt es Erlebnisse, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ganz klar die Dankbarkeit der Menschen. Wenn jemand nach einem Kaffeenachmittag zu mir kommt und sagt: „Mensch Frau Lange, das habt ihr toll gemacht“, dann ist das das schönste Lob. Es ist toll, wenn die Arbeit gesehen wird. Außerdem bilde ich mit meiner Stellvertreterin Silvia Radsziwill ein großartiges Gespann. Wir teilen uns die Aufgaben als Doppelspitze auf – sie eher für das Interne, ich für das Externe. Zu wissen, dass man sich blind auf die anderen verlassen kann, gibt einem ein sehr gutes Gefühl. So ist es auch mit den Kollegen aus dem Vorstand und dem Helferteam – wir sind in Tornesch ein super Team.
Sie unterstützen die Mitglieder auch bei der Sozialberatung. Wo liegen da Ihre Schwerpunkte?
Ich helfe vor allem bei der Vorbereitung von Anträgen, zum Beispiel für den Schwerbehindertenausweis oder den Pflegegrad. Ich sehe mich da als Brücke zu den hauptamtlichen Beraterinnen in Pinneberg: Ich bereite die Unterlagen vor, damit die professionelle Beratung dort direkt anknüpfen kann. Das ist oft viel Kopfarbeit, aber es macht mir Spaß, mit Menschen zusammenzuarbeiten.
Was ist Ihnen für die Zukunft des Ortsverbandes besonders wichtig?
Der Zusammenhalt! Wir sagen ja immer „Gemeinsam sind wir stark“, und das möchte ich auch leben. Mir ist wichtig, dass wir uns auch unter den Ortsverbänden mehr austauschen. Wenn man sich trifft und Erfahrungen teilt, profitieren am Ende alle davon.
Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:
Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 - 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de
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